Starke Bocketer Leistung am Ende nicht belohnt

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Er hätte wieder einmal zum Mann des Tages werden können, schon wenige Minuten, nachdem er eingewechselt wurde. Als Carlos Dias in der 88. Minute mustergültig am Strafraum freigespielt wurde, hatte ein Großteil der Zuschauer wohl schon zum Jubelschrei Luft geholt. Dieser sollte ihnen aber leider verwährt bleiben.

Aber der Reihe nach. Wieder einmal waren rund 100 Zuschauer zum Heimspiel der ersten Mannschaft ins Stadion nach Waldfeucht gekommen.

Wie auch in der vergangenen Woche konnte Trainer Nico Herzog auf die gleiche Startelf setzen. Die einzige Änderung gab es im Tor, wo Oliver Mobers nach seiner Bänderverletzung wieder zwischen den Pfosten stand. Diese Entscheidung dürfte dem Trainer nicht besonders leicht gefallen sein, denn Ersatzkeeper Jens Aufsfeld hatte in den vergangenen Wochen mit starken und konstanten Leistungen aufhorchen lassen.

Das Spiel gegen Übach-Boscheln begann hektisch und zerfahren. Die Herzog-Elf fand auf dem tiefen Boden schwer ins Spiel, war aber trotzdem in der ersten Halbzeit die spielbestimmende Mannschaft. Die Gäste hatten sich in ihre Hälfte zurückgezogen und beschränkten sich größtenteils aufs Kontern, womit sie aber durchaus gefährlich waren. Endstation war meistens die erneut starke Bocketer Viererkette um Volker Wiedemann, Thorsten Milosch, Phillip Kamke und Sven Hilgers.

Torchancen waren in den ersten 30 Minuten auf beiden Seiten Mangelware. Nach einem zurückgepfiffenen falschen Einwurf von Bockets Wiedemann ging es dann ganz schnell. Die Gäste nutzten die kleine Unachtsamkeit der kompletten Hintermannschaft und trafen durch ihren Kapitän Marcel Naujok zum überraschenden 1:0 (38.).

„Solche Gegentore sind zwar ärgerlich, mir war aber umso wichtiger, dass sich meine Mannschaft dadurch nicht hat aus dem Konzept bringen lassen“, kommentierte Nico Herzog den Gegentreffer.

Nach der Pause kam seine Mannschaft dann besser ins Spiel. Kombinationen, Aggressivität und Laufbereitschaft stimmten jetzt.

Folgerichtig wurden die Hausherren nach einem äußerst sehenswerten Spielzug belohnt. Spielmacher John Perbaums schickte Kapitän Dirk Vraetz mit einem langen Diagonalball auf die Reise. Der legte sich das Leder auf der rechten Seite zurecht, sah Sturmpartner Tobias Vraetz und flankte punktgenau auf dessen Kopf. Der konnte im Strafraum ohne Bedrängnis in der 55. Minute zum hochverdienten Ausgleich einköpfen.

Als die Gäste fünf Minuten später wieder einmal zu einem ihrer Konter ansetzten, wusste sich Bockets Volker Wiedemann nur mit einem Foul zu helfen, was der Schiedsrichter mit einer glatt Roten Karte bewertete.

Wer nun dachte, Übach-Boscheln sollte auf Grund der Überzahl einen Vorteil haben, sah sich getäuscht. Denn nach wie vor spielte nur die Heimmannschaft. Auch in Unterzahl attackierten sie die Gäste schon in der eigenen Hälfte und erarbeiteten sich so immer wieder gute Möglichkeiten.

„Wir haben gerade in der Phase der Unterzahl deutlich mehr investiert als der Gegner und hätten die drei Punkte auch absolut verdient gehabt“, trauerte Herzog den zum Teil sehr guten Chancen seiner Mannschaft nach. „Wir haben aber trotzdem gezeigt, dass wir auf einem guten Weg sind“.

Eine dieser guten Chancen vergab der erneut sehr starke Tobias Zillgens 5 Minuten vor dem Abpfiff. Der eingewechselte Alexander Küsters hatte sich auf der rechten Seite durchgesetzt und scharf in den Strafraum gepasst. Zillgens verpasste den Ball um Zentimeter mit dem Kopf. Für den stark aufspielenden Vorbereiter Alex Küsters war es der erste Einsatz nach seinem Kreuzbandriss.

Die letzte gute Chance des Spiels sollte dann der letzte Joker haben. Nach gutem Zuspiel stand Carlos Dias völlig frei 16 Meter vor dem Tor und hätte alles klar machen können, konnte den Ball aber nicht im Netz unterbringen.

So wurden die Bocketer für einen großen Kampf und ein gutes Spiel nicht belohnt und es blieb beim für die Gäste schmeichelhaften 1:1 Unentschieden.

Am kommenden Sonntag wird die Mannschaft aber erneut alles daran setzen, beim Auswärtsspiel gegen Rhenania Immendorf wichtige drei Punkte mit nach Hause zu nehmen.