Drei Waldfeuchter Vereine reden über Fusion

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Waldfeucht. Entschieden ist die Sache noch lange nicht. Aber einiges deutet darauf hin, dass die drei Waldfeuchter Fußballvereine sich in Zukunft zusammenschließen werden. Die Vorsitzenden von Concordia Haaren, SV Waldfeucht-Bocket und Rot-Weiß Braunsrath haben sich darüber ausgetauscht und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die Vereine ohne Fusion über kurz oder lang nicht mehr überlebensfähig sind.

Bei der Mitgliederversammlung des SV Waldfeucht-Bocket wurde nun bekannt, dass solche Gespräche geführt worden waren. Die Initiative ging dabei von Klaus Jansen, dem Vorsitzenden des FC Concordia Haaren, aus. Er ging auf die Vorsitzenden der beiden anderen Vereine zu und bat um ein Gespräch, bei dem das Thema Fusion zu einem Fußballverein für die ganze Gemeinde besprochen werden sollte. Alle drei Vereinschefs sagten gegenüber unserer Zeitung, dass sie davon ausgingen, dass die Vereine jeder für sich langfristig nicht mehr überleben können.

Details zum Ablauf einer möglichen Fusion und zum Zeitplan sind allerdings noch nicht geklärt. Man befindet sich wohl noch ganz am Anfang eines längeren Prozesses. Vereinbart haben die drei Vorsitzenden jedoch, das Thema erst einmal in ihren Vorständen und dann auch mit ihren Mitgliedern zu besprechen. Denn am Ende müssen die Vereinsmitglieder aller Clubs zustimmen.

Jubiläum im Jahr 2019

Gerade beim SV Waldfeucht-Bocket macht man sich wohl schon länger Gedanken über einen Zusammenschluss. Vergangenes Jahr war der Verein bereits auf Rot-Weiß Braunsrath zugegangen, sagt Norbert Tholen, Vorsitzender des SV Waldfeucht-Bocket. In der Jugend kooperieren diese beiden Vereine ohnehin schon in vielen Altersklassen miteinander. Da erschien der Zusammenschluss für Tholen sinnvoll.

Für die Braunsrather kam dieser Vorstoß jedoch zu früh. Der Verein feiert im Jahr 2019 sein 100-jähriges Bestehen. Das möchten die Rot-Weißen als eigenständiger Verein feiern, wie Vorsitzender Mario Tellers sagt. Und an dieser Haltung hat sich bis heute nichts geändert. Das heißt: Auch eine Fusion aller drei Vereine ist erst nach der Jubiläumsfeier in Braunsrath möglich.

Jansen fand dennoch, dass die Zeit für Gespräche gekommen war. Er wusste, dass Waldfeucht-Bocket und Braunsrath über eine Fusion sprachen. Und bevor dieser Zusammenschluss in trockenen Tüchern sein würde, brachte Jansen die „große Lösung“ ins Gespräch.

Ein Argument für den Zusammenschluss ist sicher die Nachwuchsarbeit. Ohne Spielgemeinschaft und Kooperationen mit anderen Vereinen könnten die drei Clubs schon jetzt nur in wenigen Altersklassen eine Mannschaft melden. Da liegt es nahe, sich fester aneinander zu binden. „Wenn es in Richtung Elfer-Mannschaften geht, wurde es in den kleinen Vereinen schon immer schwierig“, sagt Tellers. Mittlerweile bekomme man aber auch bei den jüngeren Jahrgängen Probleme, genügend Spieler auf den Rasen zu bringen. „Die Kinder und Jugendlichen haben heute viele andere Interessen“, sagt er.

Eine Fusion könnte aber auch in sportlicher Hinsicht für Aufschwung sorgen. Aktuell spielen die Ersten Mannschaften der drei Vereine in der Kreisliga B. Rot-Weiß Braunsrath entging einem Abstieg in die C-Liga nur knapp. Ein fusionierter Verein könnte sportlich möglicherweise nach oben schauen. „Ziel müsste es sein, mindestens Kreisliga A zu spielen. Bei einer Fusion sollte schon mindestens eine Mannschaft in die Kreisliga A aufgestiegen sein. Das wäre eine solide Startbasis“, sagt Tholen. In der Folge könne man vordere Tabellenplätze in der A-Liga oder auch einen Aufstieg in die Bezirksliga anpeilen. Ganz so hoch stecken Jansen und Tellers die Ziele für einen fusionierten Verein zwar nicht. Aber auch sie gehen davon aus, dass die Kreisliga A möglich wäre.

Diese sportlichen Ambitionen sind allerdings noch Zukunftsmusik. Im Herbst steht nun erst einmal ein weiteres Treffen der drei Vereine an. Diesmal sind die geschäftsführenden Vorstände aller drei Vereine dabei. Danach wolle man an die Gemeinde herantreten und über die Zukunft sprechen. Jansen könnte sich vorstellen, dass es irgendwann einmal weniger Sportplätze, dafür aber einen Kunstrasenplatz geben könnte.

Tholen glaubt, dass der Bau einer zentralen Sportstätte wie in der Gemeinde Selfkant unrealistisch sei. Außerdem sei es wichtig, in allen Orten präsent zu sein: „An jedem Ort soll es jedes Wochenende Fußball geben, damit der Fußball in den Dörfern nicht ausstirbt. Wenn wir die Spiele auf einen Ort fokussieren, dann stirbt der Fußball in den anderen Orten aus“, sagt Tholen.

Dorffußball ohne Lokalkämpfe?

Zum Dorffußball gehören eigentlich auch die Lokalkämpfe dazu. Die würden dann wegfallen. „Dann spielen wir unsere Derbys eben gegen Karken und Kirchhoven“, sagt Jansen. So hoch wie früher gehe es vor und bei den Nachbarschaftsduellen ohnehin nicht mehr her. Und: „Mittelfristig wird es sowieso keine Lokalkämpfe mehr geben, weil es die Vereine nicht mehr geben wird“, sagt Tholen. Daher gehe es bei allen Gedanken um eine mögliche Fusion darum, das Fortbestehen des Vereinsfußballs in der Gemeinde Waldfeucht zu sichern.“

Quelle: Heinsberger Zeitung, Autor: Daniel Gerhards